Berner Schale

Bern, Zwitserland
Landschapsarchitecten
extrā Landschaftsarchitekten
Jaar
2004
Bauherr, Auftraggeber

Stadt Bern, Stadtgrün Bern

Weitere Beteiligte
Gerhard Gerber Gestaltung, Bern
W2 Architekten, Bern
Fritz Wassmann, Pflanzenspezialist, Hinterkappelen
Panorama AG, Bern
George J. Steinmann, Kunstwissenschaftler, Bern

Texte
Christoph Schläppi

Photograph
Milo Keller

Die Aufgabe, für den Blumenschmuck der Stadt Bern ein modulares System mit langer  Lebensdauer zu entwickeln, wird mit eleganten, ausladenden Chromstahlschalen gelöst. Vier dieser Grundelemente passen fertig bepflanzt auf einen Camion, der sie mit dem Kran punktgenau auf eigens entwickelte Chromstahlringe hievt. Dieser Fuss lässt genaues platzieren und Nivellieren, aber auch dekoratives Kippen zu. Zeitlos sollte die Schale werden. Auf dem gleichen Werkzeug tiefgezogen wie einst die Spitze der Ariane-Rakete, ist sie es wohl auch geworden. Die vier Millimeter dicken Wände sind äusserst robust; auf der perlgestrahlten Oberfläche lassen sich Kratzer spurlos beseitigen. Die Schale ist stapelbar. Das eingebaute Wasserreservoir mit Standrohr und Lecafüllung, darüber Lochblech, Vlies und Humus bieten die Möglichkeit, fast alle Pflanzen unter idealen Bedingungen einzutopfen. Das für die Schalen entwickelte Pflanzkonzept bietet eine Alternative zum Mai-Septemberzyklus. An die Stelle des Sommerflors tritt der Wechselflor. Eine Pflanzfolge  beginnt beispielsweise im Januar mit einer zartgelb blühenden Zaubernuss, bringt im Sommer Geranien, im Dezember Gräser, die besonders schön sind, wenn der Rauhreif auf ihnen wächst. Im nächsten Frühling folgen vielleicht Blattschmuck, Frühlingsduft oder Wasserpflanzen, die in der Schale ebenfalls gedeihen. Der Blumenschmuck, einst Routine,

wird zur Inszenierung, seine Installation zu einem das Stadtbild veredelnden Event.

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